Der Horatier

Eine Heldenbefragung mit der Agentur für Anerkennung

Premiere am 24. November 2016, 20 Uhr

Theater unterm Dach, Berlin

Die Titelfigur in Heiner Müllers Stück vereint einen unauflöslichen Widerspruch in sich. Im Zweikampf erringt der Horatier einen Sieg für seine Stadt, wird aber gleichzeitig zum Mörder an seiner eigenen Schwester, weil diese den Feind - ihren Verlobten - betrauert, statt den Sieger - ihren Bruder - zu bejubeln. Wie nun umgehen mit dem Helden/Mörder? Soll der Sieger geehrt oder der Mörder hingerichtet werden? Wie lassen sich Verdienst und Schuld nebeneinander stellen, ohne dass sie sich gegenseitig aufheben?

Müllers Parabel rüttelt an unserem hehren Selbstbild: Schaffen wir das, politische Ereignisse und ihre Protagonisten vielschichtig zu beurteilen, unterschiedliche Perspektiven nebeneinander zu stellen, emotional, aber ohne Angst? Bewerten wir mit der Zukunft im Blick, oder machen wir es uns lieber bequem inmitten von einseitiger Polarisierung und vorschnellen Urteilen. Wir erweitern Müllers Text um persönliche Geschichten und Erfahrungen. Wer sind unser Helden, wer unser Schurken und warum? Können wir die Widersprüche unserer Geschichte(n) aushalten und gemeinsame Zukunftsperspektiven entwickeln?

"Nämlich die Worte müssen rein bleiben. Denn
Ein Schwert kann zerbrochen werden und ein Mann
Kann auch zerbrochen werden, aber die Worte
Fallen in das Getriebe der Welt uneinholbar
Kenntlich machend die Dinge oder unkenntlich.
Tödlich dem Menschen ist das Unkenntliche."

Konzept Agentur für Anerkennung
Regie Reto Kamberger
Ausstattung, Dramaturgie Ute Lindenbeck
Chor Anna Dieterich
Spiel Darinka Ezeta, Homa Faghiri, Ayham Hisnawi, Katharina Merschel, Fabian Neupert

Weitere Informationen unter: www.anerkennungen.net

Weitere Vorstellungen am 25. und 26. November, 17. und 18. Dezember 2016, 14. und 15. Januar 2017, jeweils um 20 Uhr

Theater unterm Dach, Danziger Straße 101, 10405 Berlin, Tickets unter 030 - 902 95 38 17
Preis 12 EUR, ermäßigt 8 EUR,

© Christopher Martin[2]

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