MÜLLER . KLEIST

Kleist-Jahr 2011

Call for Papers


Liebe Mitglieder der Internationalen Heiner Müller Gesellschaft,

der Vorstand der IHMG macht Ihnen den Vorschlag, 2011 ein eigenes Projekt unserer Gesellschaft zum Kleist-Jahr zu entwickeln.

Er soll natürlich aus dem Verhältnis Heiner Müllers zu Heinrich von Kleist heraus entstehen. Dies geht über Szenen in Stücken (Heinrich von Kleist spielt Michael Kohlhaas in Leben Gundlings Friedrich von Preußen... und Der Findling in Wolokolamsker Chaussee) hinaus. Ein anregendes Dokument ist dazu die Rede Deutschland ortlos. Anmerkungen zu Kleist nach der Entgegennahme des Kleist-Preises 1990. Doch auch in vielen anderen Schriften und in mehreren Gesprächen bezieht Müller sich aus unterschiedlichen Anlässen und in verschiedenen Zusammenhängen immer wieder auf Kleist, seine Zeit, sein Leben, seine Dramen und andere Texte (Penthesilea, Die Hermannsschlacht, Prinz Friedrich von Homburg, Über das Marionettentheater). In einem Interview zur Kleist-Preis-Verleihung steht: „Ich liebe Kleist. Er ist eine tragische Figur, der Kleist [...] Kleist ist mir viel näher als Schiller, Goethe, Hebbel und alles, was da herumkreucht.“


Von Mitgliedern des Vorstandes gibt es bisher die Anregung zu zwei komplexen Themen:

Identitäts- und Zukunftsverlust, Endzeit
Kleists Novelle Der Findling und Müllers Wolokolamsker Chaussee V Der Findling (nach Kleist)

Der nächste Schritt der Evolution
Von La Mettrie’s L’homme machine und Kleists Über das Marionettentheater zu Müllers „Hochzeit von Mensch und Maschine“ (Rede zum Kleistpreis)


Dieser Brief möchte Sie jedoch vor allem dazu anregen, an der Entwicklung des Kleist-Projekts der IHMG 2011 aktiv teilzunehmen – durch Ideen und praktische Vorschläge, durch selbständige Beiträge verschiedener Art, durch Hinweise auf Ihnen bekannt gewordene Initiativen zu den vorgeschlagenen oder auch anderen Themenkomplexen.


Diese Einladung richtet sich nicht ausschließlich an Mitglieder der IHMG, sondern an alle Interessierten.


Es können, wie in der bisherigen Arbeit unserer Gesellschaft, verschiedene Formen: Theoretisches (Konferenz, Kolloquium, Seminar u.a.) und Künstlerisch-Praktisches (Aufführungen, Performances u.a.), bedacht und kombiniert werden; auch die Zusammenarbeit mit anderen als künstlerischen oder literarischen Einrichtungen wäre sicher anregend. Beim Vorschlag zum Thema Mensch und Maschine kann z.B. versucht werden, mit der Technischen Universität Berlin und dem Museum für Technik und Verkehr Berlin (evtl auch als Ort) zusammenzuarbeiten und Biologen und Techniker, Soziologen und Zukunftsforscher an der Mitarbeit zu interessieren.

Das Kleist-Jahr 2011 bezieht sich auf den Tod Kleists 1811 am Kleinen Wannsee zwischen Berlin und Potsdam. Als Ort für das Müller-Kleist-Projekt schlagen wir deshalb Berlin vor.

Da es nicht nur um unsere Entscheidung für ein Projekt, sondern nicht zuletzt um die rechtzeitige Beantragung der dafür notwendigen Mittel geht, bitten wir Sie, uns ihre Meinungen, Ideen oder praktischen Vorschläge bis Ende August wissen zu lassen.

Zur Anregung finden Sie im Anhang Heiner Müllers Kleist-Preis-Rede und ein Interview dazu.


Mit den besten Grüßen und der Hoffnung auf ein aktives Interesse für unser Vorhaben

Im Namen des Vorstands der IHMG

Alexander Weigel
Juni/Juli 2010

Antworten bitte an meine Mail-Adresse
h.alexander.w@web.de

© Ute Schendel[1] Heidi Paris/Merve Verlag[2][3] Margit Broich[4]

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