Müllermontag III: Hochzeit von Mensch und Maschine

Mit Prof. Jens Reich, Detlev Schneider und Alexander Weigel
Montag, 28. Januar, 20 Uhr

In seiner Münchener Kleist-Preis-Rede prognostizierte Heiner Müller die Emigration aus der Zeit in den Raum, nach dem Kleist-Modell des Marionettentheaters „[...] zur Aufhebung des Menschen in seiner Schöpfung, der Technologie [...] in der Hochzeit von Mensch und Maschine.“ Auffällig – wohl auch nach dem Ende sozialer Utopien – kreiste Müllers Interesse seit den achtziger Jahren um die Computer- und Roboterforschung und die Technologien künstlicher Intelligenz.
Mit dem Neurobiologen und Politiker Jens Reich erörtern Detlev Schneider und Alexander Weigel deren evolutionäre Folgen, und fragen nach einem Theater, das sich nicht als letztes Refugium „menschlichen Maßes“ sieht. Denn zugleich meint Müllers Gedanke eine virulente Gemeinsamkeit mit Kleist – eine Kritik am Theater ihrer Zeit und ihre Suche nach Medien und Formaten, die auf der Höhe ihrer Texte sind. Der Titel, Zitat aus Heiner Müllers Kleist-Preis-Rede, steht als Motto über dem Gespräch der beiden Dramaturgen mit ihm (in Bild- und Tonaufzeichnungen) und dem Naturwissenschaftler Jens Reich über die Zukunft und den Ausweg.

Ort: Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestraße 125, 10115 Berlin-Mitte

© Ute Schendel

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