Henryk Baranowski

Regisseur

†27.7.2013

Intendant des Theaters von Kattowice

Geboren 1943 in Tarnopolu. Lebt in Kattowice.

Henryk Baranowski gründete 1981 zusammen mit seiner Partnerin Bettina Wilhelm das Transformtheater – einige Jahre lang das Kraftzentrum der Freien Szene in Berlin. Die erste Transformtheater-Produktion war „Die Zofen“ nach Genet als expressives Körpertheater. Es folgten Kreationen nach Kafka, Tabori, Joyce, Rozewicz und Kaizar. Die Erfahrungen mit der Diktatur und der Fremde waren in Baranowskis Theater eingeschrieben.

Das Transformtheater spielte in der Zeughofstraße, in der Hasenheide, in der Akademie der Künste, in der TU, in Bethanien. Im Künstlerhaus Bethanien erfand Baranowski, wieder mit Bettina Wilhelm, die Internationalen Regieseminare für Film und Theater mit Dozenten wie Heiner Müller, Andrzej Wajda, Andrej Tarkowski, Ariane Mnouchkine, Patrice Chéreau, Jan Kott, Krzysztof Kieslowski. 1987 spielte Henryk Baranowski die männliche Hauptrolle, einen Wissenschaftler, im ersten Teil des „Dekalogs“ von Kieslowski:„Du sollst keinen anderen Gott neben mir haben“.

1991 inszeniert Baranowski zum ersten Mal in Sibirien, in Omsk. „Erniedrigte und Beleidigte“ nach dem Roman von Dostojewski, der in Omsk in der Verbannung war. Inszenierungen in den USA, in England und endlich wieder in Polen folgten. In Lodz inszenierte er im Jahr 2000 Philip Glass' Oper „Echnaton“.

© Heidi Paris/Merve Verlag

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