Johannes Stobbe

Literaturwissenschaftler

Johannes Stobbe wurde 1982 in Achim (Niedersachsen) geboren, wo er 2002 das Abitur ablegte. Ab 2004 studierte er Neuere deutsche Literatur, Neuere und Neuste Geschichte sowie Philosophie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie der University of Wisconsin, Madison (USA) und schloss sein Studium 2009 mit einer Magisterarbeit über „Friedrich Hölderlins Konzeption des Tragischen“ ab. Neben dem Studium war er als wissenschaftliche Hilfskraft am Deutschen Seminar und am „Freiburg Institute for Advanced Studies“ (FRIAS) tätig. Studienschwerpunkte waren neben der Hermeneutik als philosophischer und literaturwissenschaftlicher Theorie v.a. lyrische Subjektivitätsentwürfe, kultur- und sozialgeschichtliche Diskurse in epischen Texten sowie die Gattungsgeschichte der Tragödie und die Philosophie „des Tragischen“ als übergreifendes geistes-geschichtliches Phänomen. Johannes Stobbe ist seit Oktober 2010 an der Friedrich Schlegel Graduiertenschule im Promotionsstudium „Literaturwissenschaftliche Studien - Literary Studies“ immatrikuliert.

Gegenstand des Promotionsprojektes mit dem Arbeitstitel: „Vom Tod der Tragödie. Krise und Transformation einer dramatischen Gattung im Theater der Postmoderne“, sind zwei aufeinander verweisende Themenkomplexe aus dem Bereich der jüngeren Literaturgeschichte: erstens das forschungsgeschichtliche Motiv vom „Tod der Tragödie“, dessen Formel der gleichnamigen Monographie George Steiners entnommen ist, und zweitens die rezente Gattungsentwicklung der Tragödie. Ist das Theater der Postmoderne durch ein divergierendes und disparates Nebeneinander von unterschiedlichen theatralen Idiomen gekennzeichnet, so erweisen sich Tragik und Tragödie keineswegs als selbstverständliche, sondern stets aufs Neue zu erarbeitende Konzeptionen. Das Dissertationsprojekt beabsichtigt, einerseits die Gründe für die spannungsvolle Misere des Tragischen in der rezenten Entwicklung der dramatischen Dichtung und andererseits die nur je individuell realisierbare Möglichkeit einer aktuellen Beständigkeit der Tragödie aufzuzeigen.


Arbeiten im Umfeld zu Heiner Müller:

Vortrag: ‘Arbeit an der Differenz’? Heiner Müller’s reworking of ancient myth and Greek tragedy in his early and late work, using the examples of the drama ‘Philoktet‘ and the theater-text ‘Verkommenes Ufer Medeamaterial Landschaft mit Argonauten‘. Gehalten am 22.04.2011 auf der Graduate-Conference: ‘(Re)Making Myths: The Creation, Use, and Abuse of Myths in German Literature, History and Culture’ an der Brown University in Providence, RI (USA).

Rezension: Wolf Gerhard Schmidt: Zwischen Antimodere und Postmoderne. Das deutsche Drama und Theater der Nachkriegszeit im internationalen Kontext, Stuttgart: Metzler 2009. XVI + 800 S. Voraussichtlich in: ARCHIV für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen (Bd. 02/2011).

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© Margit Broich

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