Chantier, Muller

von Oussama Ghanam

im Rahmen von

MEETING POINTS 6
Contemporary Art Festival from the Arab World

Locus Agonistes: Praktiken und Logik der Zivilgesellschaft
Performances, Filme, Lesungen, Diskussionen
12.01. – 14.01.2012


vom 12. bis 14. Januar setzen sich zeitgenössische KünstlerInnen aus der arabischen Welt mit der Frage auseinander, wie die revolutionären Ereignisse von 2011 in den Künsten zu reflektieren sind. In diesem Rahmen findet am 14. Januar um 22 Uhr auch die Lesung von Oussama Ghanam "Chantier Muller" statt:

Oussama Ghanam: Chantier, Muller
2011, reading, 60 min, Arabic with English surtitles
Director: O. Ghanam, performed by Mohamed Al Rashi, Mohamad Zarzour, Nawar Youssef, artistic collaboration and set design: Rami Hamour

„Die Revolution ist die Maske des Todes, der Tod ist die Maske der Revolution“, lässt Heiner Müller seine Figuren wiederholte Male sagen. Auf der Basis mehrerer Texte des großen deutschen Dramatikers präsentiert das Theaterlabor Damaskus eine szenische Lesung, in deren Verlauf sich verschiedene Vorstellungen von Revolution(en) und Person(en) überlagern: Drei Schauspieler sitzen um einen Tisch und tauschen Zitate aus "Der Auftrag", "Die Schlacht", "Todesanzeige", "Krieg der Viren" und anderen Stücken und Texten von Müller aus; sie begeben sich auf eine gemeinsame Reise, die versucht, die heutige Zeit zu lesen.

Der Dramaturg und Regisseur Oussama Ghanam war 2008 Kurator des internationalen Theater- und Tanzprogramms der Arabischen Kulturhauptstadt Damaskus, in deren Rahmen er mit der gefeierten Adaption von Slawomir Mrozeks Theaterstück "Emigranten" in der Inszenierung von Samer Omran auch als Dramaturg in Erscheinung trat. Nach seinem Regiedebut 2009 folgte die Gründung des Theaterlabors Damaskus als einer Bühne für experimentelles und kreatives Theater. Seit 2006 unterrichtet Ghanam zeitgenössisches Theater an der Hochschule für darstellende Kunst, zusätzlich zu vielen anderen Aktivitäten, mit denen er die darstellende Kunst in Syrien weiterentwickeln will.

© Christopher Martin[1] Ute Schendel[2]

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