Der Auftrag

von Heiner Müller

Ein Projekt von Corinna Harfouch
in der Regie von Jürgen Kuttner & Tom Kühnel

Premiere bei den Ruhrfestspielen am 9. Juni 2015

In »Das Licht auf dem Galgen« schrieb Anna Seghers von der Hoffnung, dass die Utopie das Scheitern der Revolution überlebt. Heiner Müller griff das Sujet wieder auf in einer DDR, in der kein Feuer der Utopie mehr brannte. Nun hat Corinna Harfouch, mehrfach Protagonistin in Inszenierungen Heiner Müllers, das Stück zu ihrem Projekt gemacht.

Debuisson, Galloudec und Sasportas werden als Agenten der französischen Revolution nach Jamaika geschickt, um die Revolte der Sklaven anzustiften und zu lenken. Kaum angelangt auf der Insel, ergreift in Frankreich Napoleon die Macht. Es gibt keine Revolution mehr, keine Heimat für den Auftrag der Revolution, keine Partei, keinen Staat. Es gibt nur noch das Individuum, das für sich entscheiden muss, ob es sich weiter der Utopie einer besseren Gesellschaft verpflichtet fühlt oder ob es sich in das private Leben entlässt.

In einem lyrischen Fragment ließ Heiner Müller die Motive seines Stückes anklingen: „Debuisson auf Jamaika / Zwischen schwarzen Brüsten / In Paris Robespierre / Mit zerbrochenem Kinn. / Oder Jeanne d’Arc als der Engel ausblieb / Immer bleiben die Engel aus am Ende ... / Christus. Der Teufel zeigt ihm die Reiche der Welt / wirf das kreuz ab und alles ist dein / In der Zeit des Verrats / Sind die Landschaften schön.“
Die Transformation der Seghers-Erzählung zu einem bildmächtig dramatischen Gedicht wird in Tom Kühnels Inszenierung um eine musikalische Komponente erweitert. Neben Corinna Harfouch spielt die Musikgruppe Die Tentakel von Delphi in dieser ersten Koproduktion der Ruhrfestspiele mit dem Schauspiel Hannover eine entscheidende Rolle.

Regie Tom Kühnel & Jürgen Kuttner
Bühne: Jo Schramm
Anna Sörensen
Kostüme: Ulrike Gutbrod
Dramaturgie: Johannes Kirsten
Es spielen: Sarah Franke
Corinna Harfouch
Janko Kahle
Daniel Nerlich
Hagen Oechel
Jonas Steglich
Musik: Die Tentakel von Delphi (Hannes Gwisdek, Peter W. Bartz, Moritz Bossmann, Boris Nielsen)

Weitere Termine: 10.-12. Juni

Weitere Infos und Tickets: https://www.ruhrfestspiele.de/de/veranstaltungen/veranstaltung_detail.php?ver_id=571&ort=103

© Ute Schendel[1] New York Post[2]

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