Müllermontag IX: Zur Verdrängung der Zukunft durch die Gegenwart

Frank Raddatz im Gespräch mit Bernd Stegemann
30. September 2013, 20 Uhr

Heiner Müllers Dialog mit den Toten will Verschüttetes freilegen, um Optionen für Künftiges zu eröffnen. Dagegen ist das neoliberale Heute auf die Permanenz der Gegenwart fixiert und macht Zukunft zum Gegenstand von Wetten und Transaktionen. Aus Müllers Sicht ein kannibalisches
Programm, das die Möglichkeiten der Kommenden verzehrt und die Formel vergisst: "Keine Zukunft ohne Vergangenheit". Der Publizist und Theatermacher Frank Raddatz, Mitglied der Redaktionsleitung von „Theater der Zeit“, wird Heiner Müllers Thesen folgen und gemeinsam mit Bernd Stegemann einen kritischen Blick auf die zeitgenössische Theaterlandschaft werfen. Bernd Stegemann, Dramaturg und Professor für Schauspielgeschichte, Dramaturgie und Theaterregie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, hat gerade im April das Buch Kritik des Theaters veröffentlicht, das auf der These aufbaut:“ Solange das Theater nicht den Zusammenhang von postmoderner Ästhetik, Neoliberalismus und der Produktion egoistischer Subjektivität reflektiert, kann es kein kritisches Verhältnis zur Gegenwart einnehmen.

Unsere Lektüreempfehlung zum Einstieg ins Thema: Frank Raddatz' „Wunde Schlingensief“
http://www.festivalimpulse.de/de/news/317/wunde-schlingensief

© Angelus Novus[1] Ute Schendel[2] Margit Broich[3][4]

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