Müllersalon#1 - Landschaft mit entfernten Verwandten

Ein politmusikalischer Abend mit Heiner Goebbels und Jürgen Kuttner zu Heiner Müller

23. Januar 2017, 20:30 Deutsches Theater

Ab Januar startet die Internationale Heiner Müller Gesellschaft eine neue Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem Deutschen Theater Berlin - den „Müllersalon“.

Als Heiner Goebbels und Jürgen Kuttner sich zum ersten Mal im Ost-Berlin der 80er Jahre trafen standen nicht nur Hanns Eisler und Heiner Müller Pate. Goebbels hatte damals schon Texte von Müller in Hörereignisse verwandelt und mit dem Sogenannten Linksradikalen Blasorchester in der Frankfurter Spontiszene den Ton angegeben. Daneben pflegte er mit Cassiber eine Kultband für die Freunde (und Feinde) experimenteller Rockmusik in Ost und West. Auf der anderen Seite des „Schutzwalls“ nahm Jürgen Kuttners Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot Karl Marx´ Maxime "man muß diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, daß man ihnen ihre eigene Melodie vorsingt" wörtlich – konnte der hüftsteifen DDR aber nur noch den Soundtrack zum Untergang liefern. Seitdem hat sich das politische Klima bekanntermaßen verandert. Die Landschaften auch. Zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe Müllersalon werden Goebbels und Kuttner beim politmusikalischen Klimagipfel ihre verwandtschaftlichen Beziehungen neu ordnen. Im optimistischen Rückblick nach vorn erinnert der Abend an eine Haltung, die man schon vergessen glaubte: „Ich glaube an Konflikt. Sonst glaube ich an nichts.“

© Ute Schendel[1] AP-Bilderdienst[2]

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